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Ein paar Tage im Elsass

220 S in St. DiéIch habe schon sehnlich auf einige warme Tage gewartet, wo man wirklich Frühling spüren kann. Das war jetzt endlich der Fall, und ich habs mir nicht nehmen lassen mit meinem geliebten Heckflossen-Mercedes ins Elsass zu fahren.

Es ist ein 220 S (6-Zylinder mit 110 PS, Baujahr 1965). Ich gehöre nicht zu den Leuten, die ihren Oldtimer nur zum Anschauen haben und als höchstes der Gefühle zwei oder drei Mal im Jahr auf ein Oldtimer-Treffen in der Nähe fahren. Natürlich ganz vorsichtig und bedächtig. Ich finde, Autos sind zum Fahren gebaut worden, nicht zum Rumstehen.

Es ist zwar schon lange her (in den 80er Jahren), dass ich ein solches Auto damals als mein Alltagsauto hatte und damit rund 150000 km gefahren bin, aber das "Heimat-Gefühl" von damals ist mir erhalten geblieben. Und ich genieße das sehr.

Es soll hier aber nicht so sehr um mein Auto gehen, sondern für die Fotografie habe ich mir an den vergangenen vier Tagen auch viel Zeit genommen: mit der neuen X-H1 natürlich, mit der ich inzwischen schon recht gut vertraut bin von der Handhabung her.


Mairie Guebwiller

Ich habe mich dieses Mal auf zwei Objektive beschränkt: das 18-55 Zoom und das 14-mm-Weitwinkel. Das ist eine Kombination, mit der man sehr flexibel ist und trotzdem mit einer kleinen Fototasche gut auskommt. Das 14er mag ich vor allem für Straßenszenen sehr gerne. Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich immer nur mit längeren Brennweiten fotografiert habe. Eine Weitwinkel-Perspektive hatte in meiner Sehweise irgendwie keinen Platz. Erst das 14er konnte echte Begeisterung für WW-Aufnahmen bei mir wecken.

Kirche in GuebwillerDie Kirche von Guebwiller

Nein, ich bin nicht zu einem ausgeprägten "Kirchen-Fotograf" geworden. Nach den Tagen in Ravenna voriges Jahr über Weihnachten war ich sogar fast etwas übersättigt von den vielen Kirchen, die ich dort angeschaut und wo ich fotografiert habe.

Die Kirche Saint-Léger in Guebwiller ist alt: Sie wurde von 1182 bis 1287 erbaut und ist spätromanisch. Im Chor wurde sie im 14. Jahrhundert gotisch umgestaltet.

Mein erster Eindruck war ein richtiger Schreck, als ich die modernen Lampen gesehen habe. Es ist natürlich Geschmackssache, aber ich finde, dass man sich an den Anblick durchaus gewöhnen kann. Wenn ich mir jetzt die Bilder anschaue, finde ich die Integration des Modernen sogar gut gelungen.

Das 14-mm-Weitwinkel war hier natürlich die erste Wahl, um das Raumgefühl einzufangen. Und die Lampen sind auch drauf zu sehen.


Colmar nachts

In Colmar war gestern Nacht zwar im Vergleich zu dem, was im Sommer dort oft für ein Betrieb ist, noch sehr wenig los, aber die Temperatur war schon sehr angenehm, dass nicht mal eine Jacke nötig war. Ich hatte das 14er auf der Kamera drauf. Durch den Bildstabilisator erweitern sich die Möglichkeiten doch auch bei diesem Objektiv ganz wesentlich: Ich habe natürlich auch früher ohne Stativ nachts in der Stadt gearbeitet. Mit dem 14er war 1/30 Sekunde aus der freien Hand gut machbar. Jetzt mit dem Stabilisator kann man weit drüber raus gehen ohne Unschärfe durch verwackeln befürchten zu müssen. Ich habe mich meistens für 1/15 Sekunde entschieden, damit Bewegungen noch nicht störend im Bild erscheinen. Angenehm finde ich, dass sich durch die Wirkung des Bildstabi einfach wunderbar entspannt fotografieren lässt. Man drückt den Auslöser so sorgenfrei wie bei 1/250 Sekunde. Der Gedanke ans sorgfältige Ruhighalten ist nicht nötig. Man kann die ganze Aufmerksamkeit auf die Bildgestaltung konzentrieren.

Colmar nachts