Zum Thema Diabelichtung

So leid es mir auch selber tut: Meinen Diabelichtungsservice stelle ich hiermit jetzt endgültig ein. Erfahren Sie hier mehr.

Wer es regelmäßig verfolgt hat, wird es sicher mitgekriegt haben, dass vor inzwischen einem dreiviertel Jahr mein letzter schöner 8K-Belichter das Zeitliche gesegnet hat. Ich hatte gehofft, dass sich Nachschub finden wird, aber dem war nicht so. Diese Geräte werden schon seit mehr als 10 Jahren nicht mehr gebaut, und Ersatzteile sind auch nicht mehr zu bekommen. Obwohl die technische Qualität solcher Belichtungen über jeden Zweifel erhaben war, ist die Zeit wohl einfach abgelaufen. Auf dem Gebrauchtmarkt ist nur noch bei ebay Ware ohne jede Gewährleistung zu bekommen, und dann auch meistens nur aus USA. Ich habe es trotzdem einmal ausprobiert und bin dabei – fast wie schon erwartet – auf die Nase gefallen. Die Geräte sind inzwischen einfach zu alt. Es lohnt nicht mehr, dass man dafür noch einen nennenswerten Betrag ausgibt. Und schon allein wegen den Versandkosten (ca. 30 kg Gewicht) ist Kauf in USA uninteressant.

Wie immer in einem solchen Fall ist da eine gute Portion Wehmut nicht zu unterdrücken. Ich kann nur ungefähr sagen, wie lange es her ist, dass ich meinen ersten Diabelichter in Betrieb genommen habe. Es muss wohl 1997 oder 98 gewesen sein (damals noch der kleinere 4K-Belichter). In den dann folgenden Jahren dürften grob geschätzt ungefähr 50000 Belichtungen bei mir durchgelaufen sein, wahrscheinlich sogar mehr. Weil auch viele Kleinaufträge drunter waren, für die aus organisatorischen Gründen trotzdem immer ein ganzer Film verwendet wurde, bedeutet das ca. 3000 Kleinbildfilme. Die würde ich gern noch mal auf einem Haufen sehen!

Einziger kleiner Trost: Es gibt heute tatsächlich schon Beamer (aber nicht gerade billig), die fast mit der Qualität ausbelichteter Dias mithalten können. Ich vermute, dass bei der aktuellen Preisentwicklung in ein bis zwei Jahren die Schere geschlossen sein wird und für ca. 1000 Euro Beamer erhältlich sein werden, bei denen keine qualitativen Abstriche bei Fotoprojektion mehr nötig sind.

Es ist sowieso ein Kuriosum, dass Diabelichtung so lange qualitativ absolut konkurrenzfähig oder sogar überlegen geblieben ist. Der 8K-Belichter wurde 1995 gefertigt und hatte eine Auflösung von 45 Millionen Pixel, also immer noch mehr als eine professionelle KB-Digitalkamera wie die Nikon D800 (36 Millionen Pixel). Es ist sehr selten, dass ein solcher enormer Vorsprung sogar nach 20 Jahren noch nicht überholt ist!

Aber die Zeit geht weiter, und realistisch betrachtet macht es irgendwann einfach keinen Sinn mehr. Zumindest finanziell nicht. Diafilme sind schon längst so teuer geworden und die Auswahl so gering, dass es ein Luxus war. Ich weiß noch, dass ich den Umstieg von analoger zu digitaler Fotografie damals lang hinaus geschoben hab (erst 2004). Umso mehr war ich überrascht, wie schnell es eine totale Selbstverständlichkeit wurde und für mich kein einziger Gedanke ans Zurück in Frage kam. Ich erinnere mich zwar gerne an die Zeiten, in denen ich tage- und nächtelang in der Dunkelkammer verbracht habe – aber von den fotografischen Ergebnissen her war zumindest für mich der Wechsel zu digital eine deutliche Bereicherung.

Und damit endet auch bei mir nun also vollends ganz die Ära der fotografischen Filme.

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