Auch den meisten Nur-Gelegenheits-Fotografen fällt es als unschön auf: Das Gebäude kippt ja um nach hinten!
Was sie hier entdeckt haben, hatte schon lange vor digitalen Fotozeiten einen Namen: stürzende Linien - hier im Bild gelb eingezeichnet.
Ursache für diesen Effekt ist, daß die Kamera bei der Aufnahme schräg nach oben gekippt wurde, um hauptsächlich das Gebäude und nicht soviel unwichtigen Vordergrund aufs Bild zu kriegen. Daß dadurch auch in der Senkrechte ein Fluchtpunkt entsteht, ist nach den Gesetzen der Abbildungsgeometrie völlig normal. Das Gebäude scheint dadurch entweder nach hinten zu kippen oder - meist noch ungünstiger - es steht seltsam schief, weil versucht wurde, eine Außenkante senkrecht auszurichten.
So beheben Sie das ProblemIn Photoshop gibt es ja unter dem Menüpunkt "Bearbeiten >> Transformieren" mehrere Möglichkeiten. Am naheliegendsten erscheint die Funktion "Perspektivisch verzerren" für unser Problem.
WICHTIG: Damit der Menüpunkt überhaupt auswählbar ist, brauchen Sie eine Auswahl. Am sinnvollsten also "Auswahl >> Alles auswählen" verwenden.
Rechts sehen wir unser Bild gerade gerichtet mit "Perspektivisch verzerren". Die stürzenden Linien sind zwar verschwunden, aber das Haus ist ziemlich in die Breite gegangen. Die Proportionen stimmen dadurch nicht mehr.
"Perspektivisch verzerren" macht zwar das Versprochene, nimmt dabei aber keine Rücksicht auf die Erhaltung der Proportionen. Dabei wird dafür sogar schon ein Hilfsmittel angezeigt: der bisher noch ungenutzte mittlere Anfasser.
So paßt esDie Proportionen bleiben erhalten, wenn man darauf achtet, daß die mittleren Anfasser (gelbe Einkreisung im Bild rechts) nach der Perspektiven-Korrektur wieder exakt auf der alten Bildkante zu liegen kommt.
Zu diesem Zweck führen Sie erst das Perspektivische Verzerren durch und wählen für einen zweiten Schritt "Skalieren" aus. Damit können Sie die gewünschte Korrektur der Mittelpunkte durchführen.
Bei allen Transformieren-Funktionen findet eine komplette Neuberechnung des Bildes durch. Kein einziges Pixel bleibt davon ausgenommen. Das bedeutet, daß jedes Transformieren auch mit einem mehr oder weniger großen Qualitätsverelust verbunden ist. Man sollte deshalb diese Funktionen nicht grundlos mehrmals nacheinander beim selben Bild verwenden.
Wenn Sie mehrere Transformationsschritte hintereinander durchführen, minimieren Sie den Qualitätsverlust, wenn Sie diese Schritte direkt nacheinander ausführen und erst nach dem letzten Schritt die Neuberechnung nur ein einziges mal durchführen lassen (mit Druck auf die Return-Taste).

Photoshop-Tipps
Aktualisiert am 28.12.2011