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Photoshop-Tip: Helligkeit und Kontrast

Was Sie in dieser Lektion lernen:

Daß Fotos zu hell, zu dunkel, zu flau oder zu kontrastreich sind, gehört wohl zu den häufigsten Bildmängeln überhaupt. Photoshop bietet Ihnen dafür drei Werkzeuge: den Helligkeit-Kontrast-Regler, die Tonwertkorrektur und die Gradationskurve. Diese Lektion befaßt sich mit dem einfachsten dieser Werkzeuge, dem Helligkeit-Kontrast-Regler.

Die Probleme benennen

zu hell zu dunkel zu flau zu kontrastreich
zu hell zu dunkel zu flau zuviel Kontrast

ReglerEin naiver Anwender könnte meinen: Aha, hier stimmen also Helligkeit und Kontrast nicht. Leicht zu beheben! Da gibt es doch diese beiden Schieberegler. Mit denen stelle ich das mal schnell neu ein. Tatsächlich ist aber nur das dritte Bild wirklich befriedigend zu reparieren. Um das gleich zu erkennen und zu verstehen warum, ist etwas Theorie nötig, der wir uns jetzt gleich zuwenden.

Erklärung ProzenteDas korrekte Bild

Wie sieht ein durchschnittliches Bild aus, das wir als natürlich, richtig, also "normal" eben empfinden? Mit Ausnahme weniger besonderer Motive wird ein solches Bild Tonwerte im Bereich von sehr dunkel bis zu sehr hell enthalten; und zwar im Idealfall so, daß auch in den dunkelsten Details gerade noch etwas Durchzeichnung sichtbar ist und auch die hellsten Bereiche nicht kalkig weiß werden. Im Bild links habe ich diese Stellen ausgemessen und beschriftet.

Digital oder analog?

Natürlich hatte der Fotograf schon immer das Handicap, in vielen Fällen die Lichtverhältnisse nur sehr bedingt beeinflussen zu können. Er ist deshalb auf Hilfsmittel angewiesen.

Dem klassischen Schwarzweiß-Fotograf standen die in der Dunkelkammer zur Verfügung (verschiedene Papiersorten von sehr weich bis sehr hart, verschiedene Entwickler, spezielle Rezepte usw. - sehr perfektioniert in Ansel Adams' Zonensystem). Der Farbfotograf war da schon stärker eingeschränkt, konnte mit entsprechend höherem Aufwand aber trotzdem noch was beeinflussen.

Man sieht also, daß eine solche Optimierung seines Bildes für einen anspruchsvollen Fotograf schon immer ganz selbstverständlicher Teil der Ausarbeitung war, um das best mögliche Resultat zu erzielen. Es wäre ein Rückschritt, wenn man in der Digitalfotografie alles einer Kamera-Vollautomatik überläßt und auf die subtilen Möglichkeiten in Photoshop verzichtet oder die sogar als Manipulation von sich weisen würde, wie das manche Puristen in falschem Verständnis tun.

Was kann der Helligkeit-Kontrast-Regler leisten?

An den beiden Diagrammen sehen wir links den Helligkeits-Regler, rechts den Kontrast-Regler.
Mit dem Helligkeits-Regler verschiebt man die Schwärzungs-Kurve insgesamt nach oben oder unten. Alle Bildpunkte werden gleich viel aufgehellt oder abgedunkelt. Der Kontrast-Regler ändert die Steilheit der Schwärzungs-Kurve. Der Helligkeits-Unterschied zwischen zwei unterschiedlich hellen Bildpunkten wird dabei also vergrößert oder verkleinert.

Die Grenzen dieser einfachen Regelung

Geschickt aufeinander abgestimmt läßt sich mit Helligkeits- und Kontrast-Regler durchaus oft ein recht brauchbares Ergebnis erzielen. Zu flaue Bilder eignen sich am besten. Man verstärkt den Kontrast so weit, bis entweder in den hellen oder in den dunklen Bereichen keine Steigerung mehr Sinn macht. Dann korrigiert man die Helligkeit, und gibt in einem dritten Schritt eventuell vorsichtig nochmals etwas Kontrast dazu.

Die Schwäche dieser sehr schlichten Regelung liegt darin, daß die Schwärzungskurve eine starre Linie bleibt. Es ist deshalb nicht möglich, mit diesem Werkzeug z.B. die Gesamtstimmung des Bilds zu erhalten, aber nur in den dunklen Schatten etwas mehr Detailabstufung rein zu kriegen.

Hier meine Reparatur-Ergebnisse an den vier Bildern vom Anfang mit dem Helligkeit-Kontrast-Regler:

zu hell zu dunkel zu flau zu kontrastreich