Es ist jetzt fast ein Jahr her, dass ich das letzte Mal hier einen Beitrag geschrieben hab. Tatsächlich ist die Fotografie bei mir sehr ins Hintertreffen geraten, weil ganz andere (und nicht immer erfreuliche) Dinge ihre Aufmerksamkeit verlangt haben.
Ich muss auch sagen, dass ich von Jahr zu Jahr deutlicher merke, dass halt doch die Zeiten vorbei sind, wo ich noch mühelos mehrere Dinge parallel nebeneinander her betreiben konnte mit gleicher Intensität, die überhaupt nichts miteinander zu tun haben.
Ich will nicht klagen und jammern – tu’s aber doch: Ich bin furchtbar träge geworden. Es gibt Tage, wo mich das richtig ärgert und ich mir denke: Verdammt noch mal, es liegt doch an mir, dass ich so oft einfach den Arsch nicht hoch kriege!
Dann gibt es aber auch wieder Tage, wo ich einfach jegliche Aktivität als bloß anstrengend und lustlos erlebe. Ich denke, an solchen Tagen ist es einfach das beste wirklich komplett mental „den Rolladen runter zu lassen“ und nix zu erzwingen zu versuchen.
Was ich noch nicht verarbeitet habe
Vor drei Monaten ist plötzlich und unvermutet mein bester Freund gestorben mit noch nicht mal 70 Jahren. Wir kannten uns seit 1978 – eine sehr lange Zeit, in der wir viel zusammen erlebt haben. Dann gab es eine längere Phase, in der der Kontakt auf ein absolutes Minimum abgesackt war, weil wir beide einfach in „nicht kompatiblen Lebenszusammenhängen“ gefangen waren.
Ich war froh, dass sich das vor einigen Jahren doch wieder gegeben hat. Wir haben sehr schnell festgestellt, dass die alte Vertrautheit und Gemeinsamkeit immer noch bestand, und es war überraschend einfach das alte Level von enger Freundschaft wieder herzustellen.
Obwohl wir mehr als 450 km voneinander entfernt gewohnt haben, war klar, dass das nicht wieder einschlafen sollte. Wir haben doch recht viel zusammen gemacht und noch viele gemeinsame Pläne geschmiedet, was wir noch alles unternehmen wollten.
Und dann war so plötzlich Ende…
Und genau so brutal und abrupt, wie ich das empfunden hab, endet hier auch dieser Beitrag.
