Untermenüs finden Sie am Seitenende.

IR-Fotografie und Thermografie

Der Begriff Infrarot umfaßt einen weiten Bereich von Wellenlängen. Je nach Anwendungs-Interesse kommen ganz verschiedene Kameras zum Einsatz, die nicht alle für bildmäßige Fotografie geeignet sind. Immer wieder kommen in meine Kurse zum Thema Infrarot-Fotografie auch Leute, die erwarten dort zu lernen, wie sie mit ihrer ganz normalen Digitalkamera Wärmebild-Aufnahmen machen können. Das funktioniert aber nicht.

Erfahren Sie deshalb hier in kurz gefasster Form etwas über die wichtigsten Unterschiede.

Wellenlänge

Infrarot ist nur ein wenig exakter Oberbegriff, der Wellenlängen vom oberen Ende des sichtbaren Lichts bis zur Wärmestrahlung umfaßt. Mit Digitalkameras zu erreichen ist ungefähr der im folgenden Schaubild dargestellte Bereich:

Diagramm mit Wellenlänge

Infrarot und Wärme

Diese beiden Begriffe werden sehr oft in einen Topf geworfen und als gleichbedeutend angesehen. Das ist aber ein Irrtum, denn als merkliche Wärmestrahlung kann man Infrarot erst im deutlich langwelligeren Bereich bezeichnen. Die bildmäßige Infrarotfotografie, mit der wir es ja zu tun haben, spielt sich hauptsächlich im Bereich von ungefähr 750 - 1000 nm ab. Die obere Empfindlichkeitsgrenze des Sensors normaler Digitalkameras liegt bei etwa 1200 nm.

Für echte Wärmebildfotografie (z.B. Aufnahmen zur Untersuchung der Wärmeisolation von Gebäuden) eignet sich aber erst der Bereich von 3500 - 14000 nm. Dafür wird ein anderer Sensor als der in der normalen Digitalkamera verwendete gebraucht. Für bildmäßige Fotografie sind die damit erzeugten Bilder allerdings schon wegen der sehr geringen Auflösung uninteressant.

Wer Näheres wissen will:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wärmebildkamera
http://de.wikipedia.org/wiki/Infrarot

Spielt die Temperatur für unsere Infrarotfotografie denn gar keine Rolle?

So allgemein kann ich das nicht beantworten, denn ich habe das bisher nicht systematisch getestet - wozu schließlich auch?! Ich kann aber guten Gewissens sagen: Mir ist nichts aufgefallen. Ein heißer Stein sieht mit der Digitalkamera aufgenommen auch im Infrarotbereich nicht merklich anders aus als ein kalter. Um da einen deutlichen Unterschied sehen zu können, dafür ist der verwendete IR-Bereich einfach noch viel zu dicht am sichtbaren Licht dran.

Wer sich also Hoffnungen macht, mit einer umgebauten Digitalkamera mehr Wärmeunterschiede sehen zu können als im sichtbaren Licht auch, der wird enttäuscht sein.

Mit Wärmebildfotografie oder Thermografie hat meine Infrarotfotografie nichts zu tun. Dafür wäre - wie oben schon erwähnt - eine ganz andere Technik nötig.