Infrarotfotografie ist spannend, denn für das menschliche Auge Unsichtbares wird plötzlich sichtbar gemacht. Natürlich ist nicht alles spektakulär, aber Infrarotfotografie ist alles andere als Effekthascherei. Was man aber draus macht, das liegt - wie so oft - in erster Linie am Fotograf.

Das kommt drauf an, mit welchen Ansprüchen und Erwartungen Sie an die Infrarotfotografie heran gehen. Wenn Sie vor allem der Reiz des nicht Alltäglichen und der Spass am Basteln und Probieren locken, werden Sie wahrscheinlich auch mit einer nicht modifizierten Digitalkamera und einem Schwarzfilter vor dem Objektiv Ihre Freude haben.
Oft hört man die Meinung, dass grundsätzlich jede Digitalkamera für IR-Fotografie ein Vorteil wäre gegenüber der früheren Fotografie mit Film. Dem schließe ich mich so pauschal nicht an: Es stimmt, dass Aufwand und Kosten damals hoch waren, weil man ohne Belichtungsreihen kaum auskam, da man die Ergebnisse erst nach dem Entwickeln sehen konnte. Man sollte aber nicht vergessen, dass man mit Infrarotfilm doch noch immer passable Belichtungszeiten hatte und nicht befürchten musste, dass schon ein leichter Windhauch alle Blätter nur noch verwischt erscheinen lässt; bei den digitalen Spiegelreflexkameras neuester Generation ist das aber so wegen der sehr langen Belichtungszeiten.
Ich sehe das so: Wenn ich mich für eine fotografische Richtung ernsthaft begeistere, möchte ich auch das Maximum an Gestaltungsmöglichkeiten haben. Dazu gehört einfach unverzichtbar, dass ich nicht auf wenige Motive festgelegt bin, weil ich immer ein Stativ brauche und kein Sucherbild habe.
Durch das Ersetzen des internen Sperrfilters durch einen Schwarzfilter (die korrektere Bezeichnung ist Longpassfilter) wird aus einer digitalen Spiegelreflexkamera eine komfortable echte Infrarotkamera mit ganz normal kurzen Belichtungszeiten und normalem Sucherbild - bei LifeView sogar mit direkter Vorschau des Infrarotfotos!
Theorie und Praxis der IR-Fotografie
Infrarot-Fotoserien
Aktualisiert am 19.6.2011