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Meine Einstellung zu Auftragsarbeiten

(3. Mai 2015)

Für mich steht die freie Ausdrucks­weise im Vordergrund. Ich bin kein Fotograf als Hand­werker. Für mich ist wichtig, dass ich zu jedem Projekt einen gestal­terischen Bezug finde, denn ich wäre sonst sicher selbst mit den Ergebnissen nicht zufrieden.

Arbeit im Studio

Technisch bereitet mir Studiofotografie keine Probleme. Ich habe mehr als 10 Jahre im eigenen Studio gearbeitet. Heute hat das seinen Reiz für mich verloren: Diese Art Bilder empfinde ich jetzt meist als steril und künstlich. Natürlich gibt es gelegentlich Aufgaben, für die man auf die Möglichkeiten des Studios nicht verzichten kann. In so einem Fall greife ich auf ein gut ausgestattetes Mietstudio zurück.

Aktuell 2015

Zeit ist mir mit fortschreitendem Lebensalter sehr kostbar geworden. Auch wenn ich ganz gewiss nicht im Wohlstand schwimme, hat Geld für mich nur untergeordnete Bedeutung, solange der Grundbedarf sicher abgedeckt ist und für die paar Dinge, die mir wichtig sind, noch ein paar Kreuzerchen übrig sind. Darüber hinaus habe ich absolut keinen Ehrgeiz irgendwelche Besitztümer anzusammeln.

Obwohl mir meine Arbeit durchweg Spaß macht und auch früher schon mir meistens Spaß gemacht hat, schaue ich heute, mit 60 Jahren, manche Dinge etwas anders an. Mir ist bewusst geworden, dass ich viel einfach nur aus Gewohnheit seit Jahren bis Jahrzehnten mitschleppe, aber dass es finanziell längst uninteressant geworden ist. Dazu gehören zum Beispiel die Volkshoch­schulkurse. Die Bezahlung als Dozent ist mehr als kläglich, und Zuschläge, die es früher gab (z.B. Fahrtkosten), sind fast überall gestrichen worden. Wie gesagt, es hat mir durchaus Spaß gemacht - aber ist es wirklich das, wofür ich immer noch meine Zeit verbraten will?

Nein, ist mir nach etwas Nachdenken sehr klar geworden. Ich hab das so lang gemacht, dass es gerade unter den miserablen finanziellen Aspekten einfach Zeit war, das zu beenden.

Arbeit und Geld

Ich habe mir nie Gedanken gemacht, ob eine Arbeit, die mich begeistert hat als Selbständiger, die bestmöglich bezahlte ist. Meine Prioritäten lagen schon immer wo anders. Inzwischen ist mir aber mehr Freizeit jenseits der Arbeit immer wichtiger geworden, und so stellte sich früher oder später die Frage, welche Arbeiten ich nicht mehr weiter führen will.

Eine Überraschung

Es war eine angenehme Erkenntnis, dass es nicht so ist, dass mir die besser bezahlten Arbeiten leider am wenigsten Freude machen und Befriedigung bringen (vor 10 und mehr Jahren war das leider oft so). Damit war klar, dass ich ganz relaxed tatsächlich für mehr Freizeit genau die Arbeiten rauswerfen kann, die am schlechtesten bezahlt sind. Und siehe da: Diese Entscheidung war sehr gut, ich habe nichts vermisst. Warum hab ich so lange gebraucht bis zu diesem Schritt, frage ich mich jetzt?

Auswirkungen auf meine Fotografie

Fotografische Auftragsarbeiten, die ich eh schon immer nur ab und zu hatte, sind bei meiner Entscheidung auch auf der Strecke geblieben. Ich bin wieder ausschließlich völlig freier Fotograf ohne die Notwendigkeit damit Geld verdienen zu müssen. Ich muss sagen: Das fühlt sich verdammt gut an!