Nicht jeder wird mit dem Begriff Silbermaske etwas anfangen können, da es sich dabei um eine sehr wirksame, aber leider auch ziemlich aufwendige Technik der Laborarbeit handelte, die deswegen nur von Fachlabors - zu entsprechendem Preis, versteht sich! - angeboten wurde.
Immer wieder gibt es Aufnahmesituationen, in denen die Lichtverhältnisse so beschaffen sind, daß der Kontrastumfang des Aufzeichnungmaterials damit überfordert ist. Eine perfekte Wiedergabe wird nicht mehr erreicht, weil je nach Kompromiss, für den sich der Fotograf entschieden hat, entweder die Schattenpartien zulaufen oder die Lichter "ausfressen". Besonders ausgeprägt war das Problem, wenn aus einem kontraststarken Dia ein Papierabzug hergestellt werden sollte. Während ein Dia für die Projektion mühelos einen Helligkeitsunterschied von 1:1000 und mehr wiedergeben kann, schafft auch ein gutes Hochglanzpapier nur Kontraste im Bereich von 1:100. Die Bildinformation ist also im Dia vorhanden, kann aber nicht angemessen auf das Papier übertragen werden. Um Abhilfe zu schaffen, müßte man den Kontrast verringern können, ohne daß dabei wichtige Bildinformation verloren geht.
Abhife im Labor ist schon lange bekannt: Um den Kontrastumfang zu reduzieren, fertigt man von dem Bild ein SW-Negativ an, das man als Maske benutzt. Ideal ist dafür ein unterbelichtetes, also hauchzartes Negativ, denn ein korrekt belichtetes Negativ würde den Kontrast ja viel zu stark reduzieren. Dieses Negativ kombiniert man nun also paßgenau mit dem Dia.
Die Silbermaske erfüllt ihren Zweck wie schon gesagt ganz hervorragend, ist aber nicht ganz trivial in der Anwendung, da eine zu starke Maske ein flaues Bild ergibt und außerdem die Maske äußerst exakt positioniert sein muß, weil sonst ja an den Kanten Artefakte entstehen.
Wie für viele andere konventionelle Techniken aus dem Labor läßt sich mit Photoshop eine Analogie zur Silbermaske leicht finden. Schauen wir uns dazu mal ein deutlich unterbelichtetes Bild an:
Wir rufen dazu die Ebenenpalette auf, duplizieren die Hintergrundebene und invertieren dort das Bild (Negativ, siehe Bild 1). Im nächsten Schritt entfärben wir das Negativ (siehe Bild 2). Das ist zwar nicht zwingend nötig, gibt aber bessere Ergebnisse. Dann weisen wir der oberen Ebene noch den Ebenenmodus "Weiches Licht" zu (siehe Bild 3).
Unser Zwischenergebnis kann sich durchaus schon sehen lassen, ist aber noch nicht optimal. Ein Blick auf das Histogramm der Tonwertkorrektur zeigt, daß die hellen Tonwerte noch komplett fehlen. Das Histogramm aus unserem Beispielbild reicht nicht bis 255, sondern es endet bei weniger als 180. Wir ziehen deshalb den rechten Schieberegler an die entsprechende Position:
Das ist doch schon ganz gut im Vergleich zum Ausgangsbild! Ich bin aber noch nicht ganz damit zufrieden und hebe deshalb in einem zweiten Regelschritt den Mittenbereich im Tonwertregler auch noch etwas an:
Vergleichen Sie die Unterschiede. Auch aus extremen Unterbelichtungen sind mit der Silbermaske noch erstaunliche Einzelheiten herauszukitzeln. Probieren Sie es mal selber aus!

Photoshop-Tipps
Aktualisiert am 28.12.2011