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Photoshop-Tip: Rauschen reduzieren

Jeder kennt das: Wenn man an der Digitalkamera die ISO-Zahl stark erhöht, weil das Licht sehr knapp ist, tritt lästiges Rauschen auf - die Entsprechung zum gesteigerten Korn beim Film. Das Problem stellt aber meistens gar nicht die Körnigkeit des Bildes dar, sondern störender sind deutlich sichtbare Farbeffekte, wie sie hier an dem starken Ausschnitt einer Konzertaufnahme zu sehen sind.

Betrachten wir doch mal das Rauschen unter zwei getrennten Aspekten:

  1. den Effekt der Körnigkeit
  2. den Effekt der Farbstörung

Das mit der Digitalkamera aufgenommene Bild liegt im Farbmodus RGB vor. Im Fenster "Kanäle" kann man die drei Farbkomponenten sehen. Falls die Kanäle bei Ihnen nur Schwarzweiß erscheinen, haben Sie in den Vorstellungen die Option "Farbauszüge in Farbe" nicht aktiviert; für die Funktionalität spielt das aber keine Rolle.

Vielleicht wundern Sie sich, daß der Blaukanal fast schwarz ist. Das liegt einfach an unserem Beispielbild. Blaue Farbanteile sind dort eben fast keine enthalten.

Schön wäre es natürlich, wenn man das Rauschen durch weichzeichnen in jedem einzelnen Farbkanal reduzieren könnte. Leider führt das aber zu keinem brauchbaren Ergebnis, weil die Information der Farbkanäle zusammen ja das Bild ergibt, das dann natürlich auch an Schärfe verloren hat.

Eine sehr feine Sache wäre es, wenn die Bearbeitung der Farbe keine Auswirkung auf die Bildschärfe hätte. Aber wie könnte man das erreichen? Es gibt tatsächlich eine Lösung dafür. Es zwingt uns nämlich niemand, für die Bearbeitung des Bildes auf Gedeih und Verderb den RGB-Modus beizubehalten. Für unsere Anforderungen ist der Modus Lab-Farbe bestens geeignet.

Der Lab-Modus ist nicht ganz einfach zu verstehen: Statt in drei Farbkanäle unterteilt (die mit den Grundfarben rot, grün und blau genau den Farbrezeptoren im menschlichen Auge entsprechen), kennt der Lab-Modus einen Helligkeitskanal (L=Luminanz) und zwei Farbkanäle (ganz neutral als a und b bezeichnet). Die beiden Farbkanäle repräsentieren jeder eine Dimension, wobei a die Farben zwischen den Polen grün und purpur und b die zwischen blau und gelb abbildet. Uns reicht zu verstehen, daß L die Bildhelligkeit (und damit die Schärfeinformation) enthält und a und b die reine Farbinformation.

Der Trick besteht jetzt darin, nicht an allen Kanälen rumzufummeln und unnötig Schärfe einzubüßen, sondern man wandelt zuerst das Bild in den Modus Lab-Farbe um und wendet dann einzeln nacheinander den Gaußschen Weichzeichner nur auf die Kanäle a und b an. Die Stärke wählt man gerade so wie nötig, um den Kanal zu glätten. Der b-Kanal braucht meistens einen etwas höheren Wert - einfach ausprobieren und überprüfen. Als ganz gute Ausgangswerte habe ich für den Gaußschen Weichzeichner bei a ca. 3 Pixel und bei b ca. 6 Pixel als Erfahrungswert für Bilder von 2000 x 3000 Pixel und mehr gefunden. Das Rauschen im Blaubereich ist meist stärker ausgeprägt, was wohl einfach am Chip der Kamera liegen mag.

So sieht das Ergebnis unseres Eingriffs aus. Kann sich doch sehen lassen, oder nicht?

Man kann deutlich erkennen, daß der Korneffekt erhalten geblieben ist (klar, daran haben wir ja auch nichts gemacht, und der Lab-Modus kann uns dafür auch kaum nützen), das Farbrauschen aber fast vollständig verschwunden ist.

Jetzt noch das Umwandeln in RGB nicht vergessen (der Browser weiß z.B. mit Bildern im Lab-Modus nichts anzufangen und dem Treiber Ihres Druckers wird es wahrscheinlich genauso gehen), und schon ist es geschafft.

Nachbemerkung:

Das Weichzeichnen des a- und b-Kanals hat natürlich den Nachteil, daß die Farben etwas "Auslaufen". Man kann das weitgehend vermeiden, wenn man statt dem Gaußschen Weichzeichner den Filter "Störungsfilter" >> "Staub und Kratzer" verwendet. Dabei muß man nicht schüchtern sein. Zahlenwerte zwischen 5 und 12 für die Intensität sind je nach Stärke des Rauschens ganz gut. Einfach mal ausprobieren!


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Grundlegendes Schärfe Tonungen Weicher machen Lab-Modus Sonstiges

Aktualisiert am 28.12.2011