Zur Serie "Infrarot-Panoramen"Sicher einmal eine ganz andere Serie, als man sie sonst von mir gewohnt ist! Keine Angst, das soll nicht bedeuten, daß Modelfotografie jetzt für mich abgehakt wäre. Mir war es aber danach, einmal was erheblich anderes auszuprobieren und zu sehen, ob ich mich so hinein finden kann, daß Ergebnisse entstehen, mit denen ich wirklich zufrieden sein kann. Ich denke, das ist hier gelungen. Warum Infrarot, warum Panoramen, und warum beides zusammen?Infrarot ist zunächst erst einmal schwarzweiß, aber man entdeckt schon bald die Besonderheiten: Gras und Blätter erscheinen hell bis schneeweiß, der blaue Himmel und Wasser fast pechschwarz, und Dunst wird fast vollständig durchdrungen mit dem Ergebnis perfekter Fernsicht. Das sind zwar mehr oder weniger spektakulär wirkende Effekte, aber sie sind gut dosierbar und kalkulierbar. Panoramenfotografie stellt man sich naiv einfach so vor, daß von einem ganz normalen Foto eben soviel weg geschnitten wird, bis nur noch ein ungewohnt dimensioniertes Panoramabild übrig bleibt. Das kann man zwar machen, ist aber nicht besonders einfallsreich. Viel interessanter ist der gegenteilige Ansatz: Man schafft Panoramen, indem man viele Einzelbilder zu einem Panoramafoto verschmilzt. Entscheidend ist dabei, daß auf diese Weise die Datenmenge natürlich wächst statt abzunehmen. So geschaffene Panoramen vertragen auch große bis sehr große Ausdrucke. Meine Erfahrung ist, daß sich gestalterisch diese beiden doch recht ins Auge stechenden Effekte sehr gut kombinieren lassen. Ein bißchen Feingefühl bei der Anwendung vorausgesetzt, addiert sich die Wirkung nicht einfach, sondern es entsteht eine ganz neue Qualität. Es ist nach meinem Empfinden wirklich eine ganz eigene Art von Fotografie. Was man noch wissen sollte:Am Bildschirm ist leider nur begrenzte Wirkung zu erzielen, weil einfach die Seitenverhältnisse nicht ideal sind und deshalb die Bilder klein bleiben oder scrollen verlangen, ganz besonders bei Hochformat-Panoramen. Wegen der vielen Details, die Panoramen oft enthalten, ist auch im Druck einfach eine entsprechende Größe anzustreben. Rollenware ist angesagt. Ich finde, die Bildwirkung kriegt noch viel mehr Leben, wenn man mit der Größe der Präsentation nicht geizig ist. Das Auge sollte genug Raum geboten bekommen, um auf Wanderschaft im Bild zu gehen. Wenn das Bild eher den Eindruck aufkommen läßt, durch das langgestreckte Format eingeengt zu sein statt zusätzlichen Raum erhalten zu haben, ist die Gestaltung wohl meistens schief gegangen (es sei denn, das Motiv verlangt genau danach). |