Zur Serie "Leoni, Januar 2003"

Am Rande des Tübinger Güterbahnhofs steht schon seit einigen Jahren ein ausgemusterter Nahverkehrszug (die Schienenbusse mit den Diesel-Triebwagen), der durch einen der völlig langweiligen und sterilen modernen Nachfolger ersetzt wurde. Ursprünglich hatte die alte Generation noch Holzbänke als Sitze. Aber die waren im Rahmen der üblichen "Modernisierungen" schon vor längerer Zeit mit rotem Plastik überzogenen gewichen, weil es dort ja diese wunderschönen Brandflecken von Zigarettenkippen gibt...

So unbeachtet vor sich hin dämmernd ist ein solcher Zug natürlich reizvoll für jeden Graffiti-Fan (wie auf einigen Bildern der Serie ja sichtbar ist), und auch so manches wilde Fest scheint dort schon gestiegen zu sein (die nächste Techno-Disco ist nur einen Steinwurf entfernt). Die Scheiben sind inzwischen ausnahmslos zu Bruch gegangen, wie natürlich auch alles Sonstige.

Fotografiert habe ich überwiegend mit der alten Zenza Bronica S2 mit den Objektiven 50mm, 75mm und 150mm. Als Film habe ich - wie meistens in letzter Zeit - den Ilford XP2 verwendet. Die Farbbilder sind mit der Canon F1 entstanden. Diese Kameras, die ja beide vollmechanisch ohne Batterie funktionieren, sind ideal für Außenaufnahmen im Winter. Außer dass alle beweglichen Teile etwas schwerer gehen, gibt es kein Problem wie in die Knie gehende Batteriespannung bei den modernen digitalen Stromfressern.

Wir hatten für die Aufnahmen gut drei Stunden Zeit. Obwohl es durch die winterlichen Wetterbedingungen natürlich alles andere als ideal für Außenaufnahmen war (am Ende der Session war sogar die Thermoskanne auf dem Boden festgefroren...), bin ich mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Ich mag es einfach, nicht-alltägliche Umgebungen zum Fotografieren zu haben. Das ist es auch, weshalb mich Studioaufnahmen schon seit längerer Zeit kaum mehr reizen.

[ zu Leonis Homepage: www.fotomodel-leoni.de ]

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