Das durfte ja nun doch nicht wirklich passieren, daß das Jahr 2009 zu Ende gegangen wäre ohne daß ich noch wenigstens eine Fotoserie meines geliebten Uralt-Themas "Akt und Ruinen" fotografiert gehabt hätte!
Anfang Dezember hatte ich in Dresden zu tun und es war absehbar, daß ich zwischendurch einen Tag frei haben würde. Weil ich sowieso mal mit Jana fotografieren wollte und es sich bei ihr termninlich einrichten ließ, war das eine prima Gelegenheit, um diesen Tag dafür zu nutzen.
Die Zeit, wo noch an jeder zweiten Straßenecke ein verlassenes Haus oder eine dem Verfall überlassene Fabrik zu finden waren, sind auch in Sachsen längst vorbei, aber mit etwas Aufmerksamkeit findet man doch noch eine ganze Menge interessanter "Foto-Plätzchen".
Ich mag das Licht in solchen verfallenden Gemäuern. Die Belichtungszeiten sind zwar oft jenseits von gut und böse (die meisten Bilder dieser Serie lagen bei Blende 2,8 und 1/4 bis 1/8 Sekunde bei ISO 400), und spontan könnte man natürlich meinen, da ist am besten Blitzen angesagt. Ich finde aber, das wäre der größte Frevel. Auch wenn das Licht spärlich ist, sind aber trotzdem die entscheidenden Helligkeitsunterschiede vorhanden. Es ist drinnen ein wunderbar plastisch wirkendes Licht, das gerade für Portrait und Akt die Körperformen ganz ausgezeichnet modelliert und betont. Viele wundern sich, daß die Bilder so hell sind, wenn es doch angeblich so wenig Licht war. Das ist aber ein falscher Gedanke, denn wie hell ein Bild wird, das entscheidet ja überwiegend der Fotograf durch die Wahl der Belichtungszeit. Nicht ganz zufällig werden ja bei Einstellung auf Automatik Nachtaufnahmen ganz unauffällige Tagbilder, wenn man die Belichtung nicht entsprechend korrigiert.
Als Fotomodell kann ich übrigens Jana wirklich nur weiter empfehlen: professionell, unkompliziert und zuverlässig, mit echtem Interesse und Ausdauer bei der Sache und ausgesprochen "wetterfest".
Hier geht es zu Janas Sedcard.
Die Überarbeitung der Fotogalerie auf www.eye.de ist eines der arbeitsaufwendigen Projekte, die mich zunehmend drücken, weil sie schon viel zu lange ihren Dornröschenschlaf schlafen. Da gibt es einerseits technisch qualitative Schwächen, die heute nicht mehr sein müssten (durch Neubearbeitung mit dem RAW-Konverter aus CS5 sind viele Mängel erstaunlich gut zu beseitigen - macht aber leider Arbeit!). Und andererseits mag ich manche Ausarbeitungen, wie sie mir früher einmal gut erschienen, heute nicht mehr.
Das war auch bei dieser Serie der Fall. Fotografiert habe ich damals noch mit der schon recht betagten Fuji Finepix S2pro, die einfach bei wenig Licht und hoher Empfindlichkeit mit modernen Kameras nicht mehr mithalten kann. Der aktuelle RAW-Konverter kitzelt aber noch erstaunlich viel mehr aus den RAW-Daten heraus. Also war schon deshalb Neubearbeitung eigentlich ein Muss. Kam noch dazu, dass ich diese Serie inzwischen eindeutig nicht mehr in Farbe sehen wollte.
So, hier ist also die Präsentation Oktober 2011...