Zur Serie "Emilia"

Immer noch - und das wird sich wohl auch in Zukunft kaum ändern - liegt nicht aufgearbeitetes Bildmaterial herum, das es wirklich nicht verdient hat, einfach in der Versenkung zu verschwinden. Aber das macht gar nix, denn ich find's auch ganz schön, von Zeit zu Zeit mal wieder in alten Foto-Erinnerungen zu schwelgen. Die Serie mit Emilia ist von Ende September 2003. Ein kurzer Urlaub in Österreich, bei dem die Last eines gar nicht schönen Sommers von mir abgefallen ist. Mein Vater war am 22. Juli nach schwerer Krebskrankheit gestorben. Als ich dann etwas Abstand dazu gewonnen hatte, waren ein paar Tage Urlaub und auch mal wieder fotografieren (damals noch analog mit der Mamiya C330) ein tiefes Durchatmen für mich.

Diese Fotosession hab ich aber auch noch aus einem ganz anderen Grund im Gedächtnis behalten: Als es losgehen sollte, fiel mir plötzlich auf, daß der Belichtungsmesser wohl noch immer daheim auf dem Tisch lag und den Weg in den Wienerwald einfach nicht hatte antreten wollen! Böser Schreck erst mal. Aber wie man sieht, alles ist halb so wild, wenn man sich auf Ansel Adams' Faustregel und etwas Gefühl dabei verlässt. Obwohl alle Bilder belichtungstechnisch nur geschätzt werden konnten, war so gut wie kein Ausschuß dabei. Die meisten lagen nicht mehr als eine knappe halbe Blende daneben. - Eine gute Erfahrung, auf diese Weise zu sehen, daß man die Technik doch besser im Griff hat als man im ersten Moment vermutet hätte...

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