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FOTOTIPP:
Der genussvoll sinnierende Raucher

(14.03.2013)

Jeder weiß natürlich, dass rauchen der Gesundheit schadet. Auf jeder Zigarettenschachtel kann man es ja nachlesen, und weil einmal zu wenig ist steht hinten eine ähnlich salbungsvolle Weisheit auch noch mal drauf.

Jeder weiß aber auch, dass trotzdem noch Millionen fleißig am Qualmen sind. Warum?

Die gleiche Frage kann man auch bei anderen »Lastern« stellen. Alkohol zum Beispiel.

Sind die also alle so abhängig, dass sie längst keine Chance mehr haben, weil sie einfach nicht mehr aufhören können, auch wenn sie wollten? So primitiv sind die Zusammenhänge dann aber doch nicht. Oder anders ausgedrückt: So primitiv ist glücklicherweise der Mensch (noch?) nicht.

Man fasse sich doch mal an der eigenen Nase: Ich behaupte, dass jedem schon nach kurzem Nachdenken Beispiele einfallen werden, bei denen unübersehbar ist, dass dort die bessere vernünftigere Einsicht auf der Strecke bleibt. Ich meine Beispiele, bei denen der Genuss eine wichtige Rolle spielt. Genuss kann einem manchmal das Leben ganz schön schwer machen, wenn er ausbleibt oder zwar in Sichtweite ist, aber leider doch unerreichbar.

Ich will es gar nicht abstreiten: Mein Leben ist genussorientiert. Ich meine damit aber nicht Genuss als Nicht-Genug-Kriegen, den Hals nicht voll genug bekommen. Sobald etwas im Überfluss da ist oder ich einen Weg sehe, auf dem ich mich ungehemmt bedienen könnte, verliert dieser Genuss für mich sehr schnell an Reiz.

Das Bild mit dem genussvollen Raucher ist nicht gestellt. Es war spät abends in der Kneipe. Ich konnte mir jede Menge Zeit lassen und genau den Moment abwarten, den ich hier eingefangen habe. Ich sehe in diesem Bild mehr als nur einen Genuss. Ich kann mich hinein verseten, weil ich manchmal selber so da sitze. Die Nachdenklichkeit, die Entspannung, die Ruhe und Ausgeglichenheit - für mich steckt in dem Bild die Zeitlosigkeit des Genießens an sich!