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FOTOTIPP Juli 2014:

Dramatik in Schwarzweiß

an der Elbe

Heute sehr bequem ...

... geht das, wenn man eindrucksvolle Bilder in Schwarzweiß entstehen lassen möchte, denn die entscheidenden Schritte nimmt man nach der Aufnahme im RAW-Konverter vor. Zu vor-digitalen Zeiten der Fotografie musste die Entscheidung schon bei der Wahl des Films fallen. Und das war damals nur der erste einer ganzen Reihe von Schritten (Welcher Filter ist der für die gewünschte Stimmung am besten geeignete? Welcher Entwickler soll genommen werden? usw.). Schwarzweiß-Fotografie war damals eine durchaus anspruchsvolle Arbeit, die Sorgfalt und eine Menge Erfahrung erforderte, weil es ja den kontrollierenden Blick auf das Display noch nicht gab.

düstere Stimmung blass

Man sollte deswegen aber trotzdem nicht auf die naive Idee verfallen, dass SW ja kinderleicht ist, weil man schließlich nur einfach den SW-Modus wählen muss (am besten gleich bei der Aufnahme, denn dann erledigt ja die Kamera alles!) und alles ist bestens.

Dass dem nicht so ist, zeigt der Vergleich zwischen dem Bild links und der Ausarbeitung oben. Das kleine Bild ist einfach das, was aus der Kamera kommt, wenn man alles der Automatik überlässt.

Ein simples Graustufenbild verdient noch lange nicht die Bezeichnung Schwarzweißbild. Es reicht nicht, wenn einfach nur die Farbinformation untern Tisch fallen gelassen wird und das Bild auf die Helligkeitswerte reduziert wird. Ganz so primitiv arbeitet aber nicht mal die Umwandlung in der Kamera. Das Problem ist aber, dass eine automatische Umwandlung ja nicht »wissen« kann, wie ich mir als Fotograf die Wirkung des Bildes vorstelle. Ich möchte bestimmte Farben in dunkleren Graustufen wiedergeben (in diesem Bild zum Beispiel das Blau des Himmels, weil dann die Wolken betont werden), will aber trotzdem das Gras nicht zu dunkel werden lassen. Alles das kann ich im RAW-Konverter prima beeinflussen. Es geht also nicht darum, einfach kräftig den Kontrast anzuheben, sondern es steckt deutlich mehr dahinter.

düstere Stimmung

Geduld und Feingefühl

Im klaren sollten Sie sich auch darüber sein, dass natürlich nicht jedes Motiv für SW geeignet ist. Mohnblüten auf der Wiese oder das schön leuchtens gelbe Rapsfeld kann man natürlich auch in SW ausarbeiten, aber es fehlt eben doch was, weil solche Motive halt von der Farbe leben. Deshalb kann es gut sein, dass Sie erst mal enttäuscht sind von Ihren ersten SW-Ausarbeitungen. Das liegt aber vor allem daran, dass man als Farb-Fotograf eben gewohnt ist auf andere Dinge zu achten. Genau wie bei Infrarot verlangt SW eine andere Art des Sehens.

Bei der Ausarbeitung im RAW-Konverter empfehle ich vor allem viel auszuprobieren, um allmählich ein Gefühl dafür zu entwickeln, was machbar ist und wie welches Ergebnis am besten erreicht werden kann. Bringen Sie eine Portion Geduld mit, dann werden Sie sehr bald merken, dass SW-Fotografie auch zu digitalen Zeiten sehr faszinierend sein kann!