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FOTOTIPP Februar 2014:

Mischlicht und Spiegelungen

SpiegelungIch experimentiere gerne mit der Wirkung ganz unterschiedlicher Lichtarten gleichzeitig in einem Bild. Da muss man sich natürlich erst mal entscheiden, worauf man den Weißabgleich legen möchte.

Wie so oft in der Fotografie, die nicht auf akribische Dokumentation ausgerichtet ist, ist die Frage nach »genau so war es« oder eben »so war es aber nicht« belanglos. Stimmen Sie einfach so ab, wie es Ihnen am besten gefällt und wie es Ihrer Bildvorstellung am nächsten kommt!

Fensterscheiben

Klar, die spiegeln natürlich! Diese Spiegelungen lassen sich gestalterisch nutzen. Ich bin kein Freund von Polfiltern und besitze deshalb auch keinen. Sie machen mir die Bilder meistens zu stumpf. Das ist aber Geschmackssache. Wer gerne einen Polfilter verwenden mag, der kann damit natürlich die Intensität der Spiegelung steuern. Ein Polfilter, der mich begeistern könnte, der müsste schon eher die umgekehrte Wirkung bieten: die Spiegelung verstärken nämlich. Aber einen solchen Filter gibt es ja nicht.

World Coffee

Die ideale Tageszeit wählen

Es ist naheliegend, dass Spiegelungen ein Bild auch »erschlagen« können, wenn der Helligkeitsunterschied extrem groß wird. Bei Aufnahmen in der Stadt, wie die hier gezeigten, finde ich die Tageszeit um den Beginn der frühen Dämmerung am besten. Der Blick in Innenräume hinein braucht keine wesentlich andere Belichtungszeit als die Szenerie draußen und man kann ohne weiteres die Kontraste hoch ziehen.

Doppelbelichtung

Die Spiegelung ist natürlich keine Doppelbelichtung, aber sie wirkt fast genau so. Das Bild zeigt zwei Motive gleichzeitig, die vielleicht gar nichts miteinander zu tun haben. Deshalb braucht man ein bisschen Feingefühl, weil eine Spiegelung auch einfach nur störend wirken kann.

Das obere Bild wirkt übrigens schon deshalb deutlich aufgeräumter, weil hier die Farbe eine wesentliche Funktion beisteuert: Durch die unterschiedliche Farbtemperatur werden die Szene im Innenraum und das Außen zusätzlich getrennt. Ich habe mit Absicht das untere Bild auf SW gesetzt. Hier fehlt die Trennung durch den farblich warmen Ton innen und den eher kalten außen. Deshalb erscheint ein solches Bild meistens wesentlich unruhiger und wirrer.