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FOTOTIPP Dezember 2013:

Und wieder raus in die Nacht!

Portrait 1 bei Nacht

Ja was, fällt dem Kerl den nichts Neues mehr ein: Vorigen Monat schon diese doofen Nachtaufnahmen als Fototipp, und diesen Monat tatsächlich wieder - das kann doch wohl nicht wahr sein!

Doch, genau das, denn ich möchte zeigen, wie vielfältig die Möglichkeiten dabei sind.

Die hier gezeigte Aufnahme ist selbstverständlich wieder ohne Blitz und ohne Aufheller oder ähnliche Hilfsmittel entstanden. Blitz mag ich deshalb nicht, weil sich dadurch die Lichtstimmung drastisch verändert weit weg von jedem available light Gedanken. Für Aufheller (also Reflektoren) gilt das in abgeschwächter Form ebenfalls.

Was sollte aber so schlecht daran sein? Für sich als solches genommen nichts. Man KANN natürlich so arbeiten. Mir gefällt aber die damit verbundene Künstlichkeit nicht. Je mehr solcher Komponenten ein Bild enthält, umso eher hätte man es auch gleich im Studio fotografieren können (und das Umfeld nachträglich einmontieren).

Apropos Studio: Bei diesem Bild hat es mir gerade gefallen mit der Anspielung auf Bilder im Studio zu experimentieren. Es hat mir Spaß gemacht eine Stimmung zu erzielen, die den Betrachter im Zweifel lässt, wie hier gearbeitet wurde. Ohne die Umgebung zu kennen kann man hier nicht entscheiden, welcher Aufwand getrieben wurde. Das Bild könnte ohne weiteres auch in einem großen Studio oder Innenraum aufgenommen worden sein mit gezielt aufgebauter Beleuchtung. Wer gerne so etwas aufbaut, der hätte sicher diese Szene auch fast genau so nachbauen können. Mich begeistert aber gerade das Gegenteil: Eine vorhandene Umgebung suchen, die für meine Bildidee passt. Hier war es das harte, steil von oben einfallende Licht, das ich gesucht habe.

Portrait 2 bei NachtMich begeistert bei dieser Art zu fotografieren die Vielfalt der Möglichkeiten. Schon ein paar Meter weiter kann es ganz anders aussehen. Zwischen dem Bild oben und dem links liegen nur 50 Meter Entfernung und eine knappe Stunde zeitlicher Abstand.

Das linke Bild gibt einen ungefähren Eindruck von der Location: Ein fast leerer Parplatz vor einem Einkaufsmarkt sonntag abends. Die Lampen sind noch an.

Punkt 21.00 Uhr wurde es schlagartig finster - Licht aus (was ich vorher nicht wusste). Der Fotograf schaut im ersten Moment dumm aus der Wäsche: So eine Gemeinheit aber auch! Dann fällt der Blick aber sofort auf den Hintergrund, den Eingangsbereich eines Ladens. Dort sind noch Lichter an, und die Beleuchtung kommt senkrecht von oben und ist so hart, wie ich es mir gewünscht habe (siehe das obere Bild).

Ich meine:

Woraus warten Sie also noch? Probieren Sie die Fotografie bei Nacht doch auch mal aus; egal ob mit Model oder ohne. Kamera, ein oder zwei Objektive und ein Stativ sind genuig. Damit schleppt man sich nun wirklich nicht zu Tode.