Fast alle Digitalkameras haben einen (meist nicht sehr großen) Blitz eingebaut, der sich im Automatikmodus von selbst zuschaltet, wenn die Belichtungsautomatik der Meinung ist, jetzt sei das Licht zu schwach, um verwacklungsfrei zu fotografieren. Spricht ja eigentlich nichts dagegen, könnte man meinen. Aber man sollte sich die Auswirkungen besser etwas genauer ansehen. Es leuchtet unmittelbar ein, dass der Blitz den Charakter des Bilds verändern wird. Um zu verstehen wie, brauchen wir etwas Theorie.

Die Helligkeit einer Lichtquelle folgt einem einfachen Gesetz. Sie nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab. Das heißt, in der doppelten Entfernung haben wir für eine gleich große Fläche nur noch 1/4 des Lichts zur Verfügung, in der dreifachen 1/9 usw.
So sieht das dann in der Wirklichkeit aus.
Ein Schlaumeier könnte jetzt sagen: "Ist ja klar, dass es hinten dunkler wird! Da war der kleine Blitz nicht stark genug. Ein stärkerer Blitz muß her!" - Natürlich hilft das nicht, denn wenn wir den Blitz so stark machen, dass auch die Garagenwand im Hintergrund noch genug Licht abkriegt, würde nach dem oben gezeigten Gesetz dann eben der Vordergrund entsprechend heller, also überbelichtet!
Weil es sich bei diesem Problem um ein physikalisches Gesetz handelt, ändert auch die beste Technik nichts daran. Als Fotograf muß man sich den Zusammenhang bewusst machen und beim Fotografieren berücksichtigen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, hier Abhilfe zu schaffen:
Das Bild links ist mit der unter 4. beschriebenen Technik aufgenommen worden (sogar ohne Stativ). Man sieht deutlich, dass zwar immer noch ein gewisser Lichtabfall vorhanden ist, aber wesentlich schwächer als beim obigen Bild. Die dunkle Wand im Hintergrund ist noch fast normal belichtet. |
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Aufnahmen ohne Stativ können übrigens auch interessante Wischeffekte und Doppelkonturen bei Lichtquellen und reflektierenden Gegenständen geben, wie man an diesem Bild hier sehen kann. Der große Vorteil der Digitalkamera ist, dass man direkt nach der Aufnahme das Ergebnis kontrollieren kann und sofort merkt, wenn mal was nicht so geklappt hat, wie man es gerne wollte, denn etwas Zufall spielt hier immer mit. |
Ja, ziemlich sicher jedenfalls. Nur ist diese Funktion manchmal etwas versteckt und leider auch nicht bei jeder Kamera mit einheitlicher Symbolik bezeichnet. Außerdem ist sie im Vollautomatik-Modus meist nicht verfügbar. Man sollte also unbedingt in der Bedienungsanleitung nachschauen, wie das bei der eigenen Kamera geht. Man findet diese Funktion oft unter dem Stichwort Aufhellblitz erklärt - aber selbst dieser Begriff wird unterschiedlich verwendet.
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