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Workflow mit Adobe Bridge CS3

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Das lernen Sie hier:

In diesem Tutorial möchte ich ein paar Tipps geben, wie Sie mit Adobe Bridge CS3 einen Workflow mit RAW-Fotos durchführen können. Selbstverständlich stelle ich keine Ansprüche auf Vollständigkeit oder Perfektion. Es gibt immer mehrere Wege die zum gleichen Ziel führen. Die Programme der CS3 Suite beherrschen derart viele Funktionen, dass es schon ziemlich schwierig ist, herauszufinden welche Teilfunktionen man selber tatsächlich verwenden kann und soll.

Sehen Sie dieses Tutorial also als eine kleine Hilfestellung auf diesem Weg. Viel Spaß!

Was ist Adobe Bridge eigentlich überhaupt?

Nun, in erster Linie eigentlich nichts anderes als ein Dateibrowser mit dem Multimediadateien betrachtet und verwaltet werden können. Darüber hinaus ist Bridge aber auch eine Schaltzentrale der CS3 Suite, über die gesamten installierten Teilprogramme hinweg. Wenn Sie sich die Benutzeroberfläche von Bridge anschauen, dann sollten Sie sich erst einmal mit den unterschiedlichen Fenstern beschäftigen (z.B. Favoriten, Filter, Inhalt, Vorschau, Metadaten u.a.). Ich gehe hier nicht näher auf die einzelnen Fenster ein, das würde den Rahmen sprengen und es gibt auch einige sehr gute Referenzen dafür (s.a. Link am Ende dieses Tutorials).

Überspielen der Fotos von der Kamera

Üblicherweise entstehen bei einem Shooting viele bis sehr viele Fotos. In der Kamera werden die Fotos numeriert, meist mit einer vor- oder nachgestellten Kennung. Meine Kamera zum Beispiel numeriert die Fotos beginnend ab _D2X0001.nef. Bei einer neuen (bzw. leeren) Speicherkarte beginnt diese Nummerierung wieder von vorne. Wenn ich die Fotos nun auf den PC überspiele, ändere ich diese Nummerierung so, dass die 1.000er Stelle eine laufende Nummer der Speicherkarte (während eines Shootings) ist.

Somit bekomme ich ein Verzeichnis, in dem Fotos nach folgendem Schema numeriert sind:

  1. _D2X1001.nef, _D2X1002.nef, ... Speicherkarte 1
  2. _D2X2001.nef, _D2X2002.nef, ... Speicherkarte 2
  3. _D2X3001.nef, _D2X3002.nef, ... Speicherkarte 3
  4. usw.

Weiter werden die Dateinamen vorerst nicht verändert, alles Weitere erfolgt dann schon mit Adobe Bridge CS3.

Sicherungskopien

Am Anfang steht das Backup! Diesen Leitsatz habe ich mir zum Gesetz erhoben. Sobald ein Shooting vorüber ist und alle Fotos im PC überspielt wurden, werden alle diese Aufnahme (so wie sie im Moment sind) auf einer externen Festplatte gesichet. Später, wenn die Fotos gefiltert, umbenannt und nicht benötigte Fotos gelöscht wurden, wird die Sicherung durch diese neuen Dateien ersetzt. Ich weiß, den Ruf nach einer Sicherungskopie kennt jeder und die meisten Fotografen ignorieren ihn - vielleicht mit einem kleinen Bauchschmerz. Mein Tipp ist, keinesfalls darauf zu verzichten.

Jedes Foto ist kostbar, vor allem dann wenn es unwiederbringbar weg ist...

Erste Schritte mit Bridge

Jetzt ist es an der Zeit Bridge zu starten. Aber nicht um sofort Fotos zu landen oder gar zu bearbeiten. Vielmehr sollten vorher noch ein paar organisatorische Aufgaben durchgeführt werden. Dafür wird vor allem das Menü "Werkzeuge" verwendet.

Metadaten

Fotos mit Metadaten zu hinterlegen ist eigentlich eine fantastische Sache, die aber oft zu unrecht sehr stiefmütterlich behandelt wird. Wenn Sie vorhaben ein Foto irgendwann einmal zu veröffentlichen oder gar zu verkaufen, dann sollten Sie den Metadaten unbedingt Achtung schenken. Dabei ist es eigentlichsehr einfach und schnell gemacht, für die wichtigsten Datenfelder legt man sich eine Vorlage an. Wählen Sie dafür im Menü "Werkzeuge" den Befehl "Metadatenvorlage erstellen...". Im folgenden Dialog füllen Sie jene Felder aus die für Sie wichtig sind. Dann geben Sie der Vorlage einen Vorlagennamen und speichern sie. Alles was Sie jetzt noch zu tun haben ist, alle Fotos auszuwählen (Strg+A unter Windows) und im Menü "Werkzeuge" den Befehl "Metadaten ersetze..." auswählen. Sie sehen dort Ihre eben erstellte Vorlage die Sie auswählen. Fertig. Alle Fotos haben nun diese Metadaten angefügt. Individuell können Sie natürlich noch einzelne Metadatenfelder eines Bildes anpassen, aber um die wichtigsten Dateneinträge brauchen Sie sich nicht mehr zu kümmern.

Beachten Sie bitte, dass Bridge die RAW-Fotos nicht verändert. Alle Einstellungen - also auch die Metadaten - werden in XMP-Dateien parallel zur Fotodatei gespeichert. Das hat den enormen Vorteil, dass ein RAW-Foto immer unverändert bleibt und somit jederzeit und ohne Verluste in den Ursprungszustand gebracht werden kann. Dafür müssen Sie einfach nur die zugehörige XMP-Datei löschen. Photoshop liest beim CameraRaw-Import die XMP-Daten und übernimmt die Metadaten automatisch.

In einer Zusammenarbeit mit der Vereinigung der Berufsfotografen in Amerika PPA wurde ein Standard für die Metadaten entworfen. Er definiert die Felder welche für Zusatzangaben zu den Bildern verwendet werden sollen, um die Inkonsistenz zwischen den einzelnen Nutzern zu abzubauen. Das dabei verwendete Panel nutzt bereits vorhandene Felder von Photoshop und kann gratis herunter geladen und im Photoshop integriert werden (sofern es nicht schon ist - schauen Sie einmal im Menü "Datei" den Befehl "Dateiinformationen..." an).

Weitere Informationen und dieses Panel als Download gibt es unter http://www.pbf.org.uk/ezineagm/metadata.html.

Nummerieren

Wie schon zu Beginn erwähnt wurden die Fotos bisher nur systematisch nach ihre Aufnahmereihenfolge nummeriert. Das soll auch so bleiben, allerdings mit etwas "sprechenderen" Dateinamen. Ich habe mit dafür ein System entwickelt mit dem ich jedes Foto mit folgenden Attributen versehe:

Auch diese Umbenennung aller Fotos ist schnell erledigt. Im Menü "Werkzeuge" steht dafür der Befehl "Stapel-Umbenennung..." zur Verfügung (nachdem wieder alle Dateien ausgewählt wurden). Der folgende Screenshot zeigt die Einstellungen für die genannten Attribute.

Sie sehen, dass der mittlere Eintrag für den neuen Dateinamen ein Textfeld zur Beschreibung des Shootings ist. Diesem Text stelle ich immer ein "_" davor und danach. Das hat den Grund, dass ich die Dateinamen aller Fotos ohne Leerzeichen erstellen möchte. Leerzeichen in Dateinamen erzeugen immer wieder Schwierigkeiten wenn man Dateien über die Grenzen von Betriebssystemen hinweg übermittelt. Deshalb ist es einfacher, man vermeider solche Probleme schon von Anfang an.

Die guten ins Töpfchen...

Ein letzter Schritt ist noch nötig bevor die Bearbeitung der Fotos beginnen kann. Die Auswahl der besten Fotos und die Entfernung der schlechten. Ich muss gestehen, bei letzterem bin ich sehr rigoros. Fotos die deutliche Schwächen haben werden sofort gelöscht. Es kommt natürlich vor, dass man sich denkt, da könnte man vielleicht doch noch etwas raus holen. Und das stimmt of auch, und wenn ich unsicher bin dann belasse ich das betreffende Foto auch auf der Festplatte. Aber Aufnahmen von denen ich nicht angetan bin kommen weg.

Während ich alle Fotos durchsuche markiere ich auch gleich jene die mir besonders gefallen. Das sind vor allem jene bei denen ich etwas "hängen" bleibe. Dabei ist es für mich vorrangig unwesentlich warum mich das betreffende Foto anspricht. Finde ich es gut, dann wird es benotet, und zwar mit den Sternen von Bridge. Wenn man ein (oder auch mehrere) Foto ausgewählt hat drückt man einfach die Tastenkombination Strg+1 ... Strg+5 und schon sind die passenden Sterne vergeben.

Der Vorteil dieser Sterne ist, dass sich die Ansicht aller Fotos nach dieser Bewertung sortieren lässt. Das heißt, dass Si sehr schnell alle bewerteten Fotos ganz oben in der Liste angezeigt bekommen.

Fotos, bei denen es auf technische Präzision ankommt, betrachte ich zusätzlich mit der Lupe. Dafür reich ein Mausklick auf eine Stelle im Foto, das im Vorschaufenster gezeigt wird. Diese Lupe kann mit der Maus dann im Bild bewegt werden um kritische Stellen genau zu betrachten.

Ein Mausklick in die Lupe lässt diese wieder verschwinden.

Entwicklung

Schließlich geht es nun ans Bearbeiten, oder vielmehr an die Entwicklung des digitalen Negatives mit CameraRaw. Genau genommen wird nämlich erst das Ergebnis dieser Entwicklung mit Photoshop weiter bearbeitet.

Ich will und kann hier nicht alle Funktionen und Möglichkeiten von CameraRaw 4.x beschreiben. Dafür gibt es jede Menge anderer Seiten, Bücher und Videos. Deshalb nur ein paar Links für Interessierte:

Adobe - Unterstützung von Rohdaten aus Digitalkameras
Henning Wargalla - Photoshop Tipps
Robert Schöller - Adobe Camera Raw 4.1
Photoshop Cafe - Adobe Camera RAW 4.0 (englisch)

Einen Tipp zu den Entwicklungsparametern möchte ich aber geben. Ich habe mir angewöhnt, für Fotos aus einer Serie (z.B. eine Pose aus verschiedenen Perspektiven mit gleichen Belichtungswerten) auch die gleichen Entwicklungswerte zu speichern. Dazu nehme ich ein Bild und öffne es mit CameraRaw. Dort werden alle Parameter so eingestellt wie es für dieses Foto passt.

Als nächsten Schritt wähle ich die anderen passende Fotos aus, klicke mit der rechten Maustaste auf ein Foto und wähle aus dem Kontextmenü den Befehl "Einstellungen entwickeln... / Vorige Konvertierung". Damit kopiert Bridge die vorigen Einstellungen aus CameraRaw in die XMP-Daten der ausgewählten Fotos. Erinnern Sie sich? Alle diese Parameter werden nicht im RAW-Foto gespeichert und können jederzeit wieder geändert oder gelöscht werden.

Weitere Informationen gibt es auch auf der Homepage von Adobe: Arbeiten mit Bridge

Aufbauwissen Fotografie

Aktualisiert am 5.12.2011


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