Grundsätzlich kann mann schon sagen: Je höher die Auflösung bei der Ausbelichtung, umso besser. Diabelichtung mit zu hoher Auflösung, die schaden könnte, gibt es nicht. Es gibt aber natürlich qualitativ so schlechte Vorlagen (z.B. durch extrem geringe Dateigröße, JPG-Artefakte durch zu starke Kompression, Unschärfe durch Verwackeln oder falschen Fokus), daß dieser Mangel eben immer überwiegt. In diesem Fall wird auch die höchste Auflösung das Bild nicht mehr wirklich verbessern können.
Bis vor kurzem konnte man hier noch meine Empfehlung lesen: Für Digitalfotos bis 6 Millionen Pixel ist 4K-Belichtung die richtige Wahl, erst drüber 8K. Die Empfehlung enthielt aber einen Denkfehler.
Ich hatte mich bei meiner Überlegung am aus dem Offset-Druck gewohnten Fourier-Faktor 2 für optimale Qualität orientiert. Man kann nämlich mathematisch zeigen, daß eine weitere Erhöhung der Auflösung keinen Qualitätsgewinn mehr bringt. Das gebräuchliche 60er-Raster (Linien pro Millimeter) entspricht 150 lpi (gerundeter Wert); Qualitätsfaktor 2 sagt mir, daß es für diese Art von Druck nichts mehr bringt, wenn meine Bilder mehr als 300 dpi Auflösung haben (siehe dazu auch Wikipedia).
Übertragen auf die Diabelichtung war mein geistiger Schnellschuß: Wenn die 4K-Belichtung 11 Millionen Pixel hat, ist das fast doppelt soviel wie eine 6 Mio. Pixel Kamera - reicht also dicke, mehr bringt keine Verbesserung.
Da ich auch Dias für Kinowerbung ausbelichte und selber ein begeisterter Kinogänger bin, war ich sehr erstaunt, als mir die sichtbar konturenschärfere Schrift bei den neuen Werbedias eines Kunden auffiel. Ich wollte dem natürlich auf den Grund gehen. Und siehe da: Ich hatte diese Dias aus Versehen(!) mit 8K statt 4K ausbelichtet!
Ich war sehr irritiert, denn die Datei war von der Datenmenge eindeutig in einer Größenordnung, wo ich 4K-Belichtung für ausreichend gehalten hätte. Eine wirklich hieb- und stichfeste Antwort hab ich nicht gefunden, kann aber nach einer ganzen Reihe systematischer Vergleiche den Effekt mit folgenden Faktoren in Zusammenhang bringen:
Ich habe eine Wechselwirkung zwischen Filmkorn und Auflösung des Belichters als Haupt-Ursache im Verdacht (siehe der Kasten weiter oben). Das Filmkorn ist nämlich eine Einflußgröße, die ich bei meinen früheren Überlegungen fahrlässigerweise überhaupt nicht beachtet hatte. Die 4K-Belichtung liegt von der Feinheit in der Größenordnung des Filmkorns. Da man natürlich nicht davon ausgehen kann, daß ein Belichterpunkt genau auf ein Filmkorn trifft, entsteht vermutlich eine leichte Streuung, die besonders an scharfen Konturen auffällt.
Bei der 8K-Belichtung ist die Auflösung des Belichters um soviel höher, daß dieser Störfaktor nicht mehr auftritt. Das würde eine gewisse Überlegenheit der 8K-Belichtungen auch bei "eigentlich zu kleinen" Dateien erklären.
Nichts außer dem Zeitbedarf! Diabelichtung ist nämlich keine Sache von Sekunden, sondern spielt sich je nach Datenmenge im Bereich von mehreren Minuten ab. Der Durchsatz pro Stunde ist bei der 8K-Belichtung also geringer als bei der 4K-Belichtung. Und nur dadurch kommt der Preisunterschied zustande.
Auch die 4K-Belichtung ist durchaus hochwertig und liegt weit über dem, was ein Beamer kann. Wem es also nicht auf das letzte Quentchen maximal erzielbarer Qualität ankommt, der ist auch mit der preiswerteren 4K-Belichtung gut bedient.
Allerdings würde ich heute nicht mehr sagen, unter 6 Mio. Pixel bringen die 8K eh nix...
Diabelichtung
Aktualisiert am 14.8.2011