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Blog oder Homepage?

Natürlich ist es jedem freigestellt eine Homepage lediglich "aus Spaß an der Freud", also zum reinen Selbstzweck, zu erstellen und betreiben. Nun ist das Internet aber ein Kommunikationsmedium und darauf angelegt, daß ein stetiger Austausch stattfindet. Daß jemand mit einer eigenen Homepage auftritt, ist einem Aushang auf einem großen Schwarzen Brett vergleichbar der sagt: "Hallo, ich bin jetzt auch hier, komm doch mal vorbei!"

Dieses "Schwarze Brett" hat aber längst gigantische Dimensionen erreicht, so daß eine neue Homepage ungefähr soviel Aufmerksamkeit erwarten kann wie der kleine Hallo-Zettel auf einer dicht bestückten Pinwand von der Größe etlicher Fußballfelder.

Das heißt: Um Aufmerksamkeit zu finden, werden Sie wohl aktiv werden müssen!

Mit Beliebigkeit funktioniert's nicht

Wie berühmt sind Sie im "realen Leben"? So berühmt, daß es reicht, Ihren Namen zu nennen, und schon weiß jeder, um wen es geht? Dann haben Sie natürlich gute Chancen, daß Ihre Homepage auch ohne großes Zutun bald viele Besucher haben wird. So wird es aber wahrscheinlich den wenigsten Lesern dieses Tutorials gehen - also ran an den Speck!

Bevor Sie jetzt aber enttäuscht die Flinte ins Korn werfen oder voller Tatendrang planlos zu wirbeln beginnen, sollten Sie erst mal überlegen, ob für Sie nicht vielleicht ein Blog eine feine Lösung sein könnte.

Was ist ein Blog und wie funktioniert er?

Die Grundidee des Blogs ist eine Art "Logbuch", in das einigermaßen regelmäßig und fortlaufend Einträge geschrieben. Tatsächlich wird es oft als ein Online-Tagebuch eingesetzt. Der Inhaber dieses Tagebuchs kann ganz ohne Programmierkenntnisse Beitrag für Beitrag schreiben und sein Tagebuch wachsen lassen ohne sich um die Verlinkung und Integration des neuen Beitrags kümmern zu müssen - eine feine Sache!

Diese Merkmale hat ein Blog:

  • Einem Blog liegt eine Datenbank zugrunde. Jeder neue Beitrag erzeugt einen neuen Datensatz. Eine Programmiersprache (meist PHP) stellt die Schnittstelle zur Datenbank so benutzerfreundlich her, daß der Anwender nicht einmal wissen muß, was eine Datenbank überhaupt ist.
  • Ein Blog entspricht einem stark vereinfachten Content-Management-System (CMS).
  • Der Inhaber des Blogs ist gleichzeitig Administrator seines Blogs. In dieser Rolle kann er z.B. Beiträge je nach Wunsch ein- oder ausblenden (sehr praktisch, um einen umfangreicheren Beitrag über mehrere Tage verteilt zu schreiben oder Beiträge schon vorzubereiten, die erst zu einem bestimmten Termin erscheinen sollen) und entscheiden, ob andere User Kommentare zu seinen Beiträgen schreiben dürfen.
  • Blogs sind kostenlos (jedenfalls die ganz große Mehrzahl).
  • Das Aussehen des Blogs bestimmt das verwendete Template (also eine Art Vorlage). Templates sind oft in großer Zahl vorhanden. Man sucht sich das Erscheinungsbild seines Blogs aus, das einem am besten gefällt.
  • Mit entsprechenden HTML-Kenntnissen (Stylesheets) kann man die Templates oft auch noch näher an seine Vorstellungen anpassen. Praktisch auch, um den Blog vom Aussehen her harmonisch in eine schon bestehende Homepage zu integrieren (siehe der eye-Blog).
  • Software und Datenbank für den Blog kann man entweder auf dem Webserver seines Providers installieren oder eine Fertiglösung verwenden. Im ersten Fall hat man natürlich unmittelbareren Zugriff (vor allem für umfangreichere Änderungen und Anpassungen wichtig). Im zweiten Fall reicht meistens eine Anmeldung, und schon wenige Minuten später kann man mit seinem Blog arbeiten, ohne daß man dafür erst lange Beschreibungen und Anleitungen durchlesen muß. Die Bedienung ist weitgehend selbsterklärend.
  • Blogs werden fast von Anfang an von den Robots der Suchmaschinen fleißig besucht.

Vorteile und Nachteile eines Blog gegenüber einer normalen Homepage

Man sieht also: Das kann durchaus eine attraktive und gar nicht so dumme Lösung sein, die man gegen den Aufwand einer von Grund auf erstellten Homepage ernsthaft abwägen sollte. Ich meine, wenn man nicht gleich mit dem Anspruch ran geht hier etwas für die Ewigkeit zu schaffen, spricht kaum etwas dagegen als schnellen Einstieg mit einem Blog anzufangen. Man ist damit im Internet schon mal präsent und wird - eine gewisse Grundaktivität bei der Pflege des Blogs vorausgesetzt - wahrscheinlich schneller und mit weniger Mühe wahrgenommen wie mit einer neuen, noch bruchstückhaften Homepage.

Die Kalender-Orientierung entspricht dem Grundgedanke jedes Blogs. Der neueste Beitrag steht immer oben. Man kann zwar Gruppen bilden, denen man die Beiträg zuordnet, aber ein paar ausgewählte Beiträge immer oben zu halten ist mühsam und paßt nicht zur Systematik eines Blogs. Man muß sich überlegen, wie man das Wichtige trotzdem immer sofort sichtbar hält, wenn es einem wichtig ist. Dafür ist ein Blog aber nun einmal nicht gemacht!

Blog und Homepage heißt die Lösung

Weil sich ein Blog natürlich auch in eine Homepage integrieren läßt, ist dieses Problem sofort entschärft. Gut gemacht zwingt einen schließlich nichts dazu, daß man alles im Blog platziert. Sobald es drumherum eine auch noch so kleine Homepage gibt, kann man dort ja die Teile einbauen, die unabhängig vom Zustand des Blogs immer sofort aufrufbar sein sollen.

Diese "umhüllende Homepage" kann auch erst nachträglich zum Blog dazu kommen, wenn erstmals die Notwendigkeit dafür auftritt. Und ob diese Homepage sich im u eher nach dem Blog richtet oder ob man den Blog der Gestaltung der Homepage angleicht - bei Zugriff auf die Templates ist beides möglich.